Das Erstgespräch: Nach der telefonischen Terminvereinbarung beginnt jede psychotherapeutische Behandlung mit einem Erstgespräch. In diesem Gespräch bittet der Therapeut den Patienten zu Beginn in der Regel darum, möglichst frei und unstrukturiert vom Grund seines Kommens und seinen Schwierigkeiten zu erzählen.  In diesem Rahmen wird Ihr Therapeut den Ablauf der Psychotherapie mit Ihnen besprechen. Das Erstgespräch ist gleichzeitig auch Ihre Möglichkeit, sich einen persönlichen Eindruck von Ihrem Psychotherapeuten sowie der Therapiesituation zu verschaffen. Sie brauchen sich keine Sorgen machen, während dieses ersten Gesprächs nicht alle Details genannt zu haben, hierfür steht in den folgenden probatorischen Sitzungen ausreichend Zeit zur Verfügung.

 

Die probatorischen Sitzungen: Die ersten fünf Sitzungen einer Psychotherapie werden probatorische Sitzungen (Probatorik) genannt. Sie schließen das Erstgespräch mit ein. Innerhalb der dann noch verbleibenden vier probatorischen Sitzungen liegt der Fokus vor allem auf Ihren Problemen und den Hintergründen der bisherigen Entwicklung, damit eine diagnostische Einschätzung möglich ist und eine individuelle Problemanalyse erstellt werden kann. Hier kommen neben dem therapeutischen Gespräch Fragebögen zum Einsatz. Gemeinsam mit dem Therapeuten erarbeiten Sie eine biografische Anamnese. Typische Situationen, in denen die Schwierigkeiten auftreten, werden besprochen. Der Schwerpunkt liegt hier auf der Evaluation Ihrer üblichen Verhaltensweisen, Emotionen, Gedanken, Bewertungen und körperlicher Beschwerden. Auch die Reaktionen der Umwelt sind Teil der Beobachtungen. Ziel ist es, ein genaues Bild der Symptomatik  und damit einhergehend Ansatzpunkte für die mögliche Behandlung zu identifizieren. Am Ende der Therapie erhalten Sie eine ausführliche Rückmeldung über die Ergebnisse der Diagnostik. Der Therapeut schlägt einen Behandlungsplan vor. Sie könne sich bis zum Abschluss der Probatorik überlegen, ob Sie mit dem vorgeschlagenen Behandlungsplan einverstanden sind und ob Sie sich eine Zusammenarbeit mit dem Therapeuten vorstellen können.

 

Die Beantragung einer Psychotherapie bei der Krankenkasse/ Beihilfestelle: Sind sowohl Sie als auch der Therapeut mit dem Beginn einer Behandlung einverstanden, muss ein Antrag bei der Krankenkasse gestellt werden. In diesem Antrag erläutert der Therapeut das gemeinsam erarbeitete Erklärungsmodell (siehe oben) und erklärt, welche Interventionsmethoden im Behandlungsverlauf geplant sind. Die Krankenkasse leitet diesen Antrag (anonymisiert) an einen Gutachter weiter. Dieser prüft dann den Therapieplan des Therapeuten sowie die Sinnhaftigkeiten bzw. Notwendigkeit einer Therapie.

 

Die Therapie beginnt, wenn Ihre Krankenkasse die Kostenübernahme für die beantragten Stunden zugesichert hat. Die Psychotherapie findet in Regel in wöchentlichen Sitzungen statt, die 50 Minuten dauern. Er ist jedoch auch möglich, größere Abstände zu vereinbaren (vor allem gegen Ende einer Therapie). Ziel der Therapie ist es, neue Bewältigungsstrategien zu entwickeln, grundlegende Einstellungen und Überzeugungen zu überprüfen und ggf. zu modifizieren, Ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen sowie Ihren Umgang/Ihre Sicht auf diese anzupassen sowie die Herausarbeitung Ihrer zentralen Bedürfnisse und Lebensmotive. Dies kann in Form von Selbstbeobachtung, Protokollen oder Übungen der Fall sein. Hin und wieder kann das Einschlagen neuer Wege Unsicherheit und Angst aus. Es ist somit vollkommen normal, dass eine Therapie auch zu einem sich vorübergehenden verschlechternden Befinden führt. Dies kann als eine natürliche Folge von Veränderung gesehen werden. Sie sind besonders in dieser Zeit gefragt, aktiv mitzuarbeiten. Aufgabe des Therapeuten ist es, Ihnen Sicherheit und Orientierung in dieser Phase zu geben. 

 

 

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